Der Chat- und Social Media Kompass ist Teil des digitalkompass.schule, einer Initiative des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) in Bayern. Entwickelt im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, beinhaltet er konkrete Materialien, um einen sicheren und bewussten Umgang mit digitaler Kommunikation und Social Media zu entwickeln. Dabei richtet sich der Chat-Kompass an Grundschulen und Grundschulstufen an Förderschulen und der Social Media Kompass an weiterführende Schulen (Klassen 5-8).
Das Material wird ausschließlich in sogenannten Weblektionen angeboten. Das bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler die Inhalte direkt im Browser auf klickpunktschule bearbeiten. Neben kleinen Übungen (Single-Choice, Drag the words, Image Hotspots etc.) finden sich auch kurze Videos in den Weblektionen. Entweder erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler die Inhalte eigenverantwortlich oder die Weblektion wird im Plenum gemeinsam durchgeführt. Eine Rückmeldung zum Bearbeitungsstand und den Ergebnissen an die Lehrkraft ist in den Weblektionen nicht vorgesehen. Insgesamt sind die Weblektionen modular aufgebaut, sodass Inhalte differenziert bearbeitet werden können.
Inhaltlich ist der Chat-Kompass für die Grundschule und Grundschulstufe der Förderschule folgendermaßen aufgebaut:
➡️ Chatten in meinem Alltag
➡️ Persönlichkeit und Privatsphäre
➡️ Ein Blick in die Welt von Social Media
Der Social-Media-Kompass für die weiterführenden Schulen bietet folgende Inhalte:
➡️ Social Media als Teil meines Alltags
➡️ Die Macht der Algorithmen
- Algorithmen durchschauen – den Feed verstehen
- Filterblasen und Echokammern
- Wenn Informationen täuschen
➡️ Gesunder Umgang mit Social Media
➡️ Gesunder Umgang mit Social Media
Fazit:
Mit dem Chat- und Social-Media-Kompass bietet das ISB Bayern ein zeitgemäßes, hybrides und sehr gut durchdachtes Lernmaterial, das ohne Login-Hürden auskommt. Für den Einsatz in der Sonderpädagogik oder im inklusiven Unterricht gilt jedoch:
Das Material ist ein starkes Gerüst, das erst durch sonderpädagogische Expertise passgenau wird.
Bei einigen Weblektionen droht schnell ein kognitiver „Overload“ und die oft mangelnde Lesekompetenz verlangt nach Vorlesefunktionen und Visualisierungen auch bei dem Angebot für die Klassen 5-8. Vor allem aber müssen die emotionalen Untiefen von Social Media mit genauem Blick behandelt werden. Die Weblektionen können in der derzeit angebotenen Weise nicht angepasst oder redaktionell bearbeitet werden (nur als Lernplattform-Kurs (mit Anmeldung) möglich). Wichtig: Die digitalen Lektionen ersetzen nicht das bspw. analoge, geschützte Rollenspiel oder das gemeinsame Reflektieren über Frustration im Klassenrat.
Alles in allem bietet das Angebot einen hervorragenden Ausgangspunkt für die Medienbildung, der jedoch zwingend sonderpädagogische Expertise verlangt – Textentlastung, Scaffolding, Chunking und eine starke emotional-soziale Begleitung ist nur durch zusätzliche Angebote möglich.
