Digitale Gefahren & Begriffe: eine Übersicht

Das Internet bietet Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen viele Chancen – birgt aber auch Risiken. Diese Übersicht erklärt die wichtigsten Begriffe rund um digitale Gefahren kurz und verständlich und verweist auf vertrauenswürdige, weiterführende Informationsangebote.

Auch an Förderschulen nimmt die Nutzung sozialer Medien und digitaler Angebote stetig zu – und mit ihr die damit verbundenen Herausforderungen. Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf können dabei besonders verletzlich sein, etwa weil ihnen Gefahren schwerer verständlich zu machen sind oder weil sie sich weniger leicht gegen Manipulation, Mobbing oder Grooming wehren können. Für Lehrkräfte an Förderschulen wird es damit zunehmend wichtiger, diese Begriffe zu kennen, Warnsignale frühzeitig zu erkennen und im Unterricht wie im Alltag angemessen darauf reagieren zu können.

Teil 1: Grundlegende Begriffe

1. Cybermobbing

Was ist das? Absichtliches, wiederholtes Beleidigen, Bedrohen oder Bloßstellen einer Person über digitale Medien (Social Media, Messenger, Gaming-Chats etc.) über einen längeren Zeitraum.

Info: klicksafe.de/cybermobbing

2. Hate Speech

Was ist das? Hassrede und Hetze gegen Personen oder Gruppen aufgrund von Merkmalen wie Herkunft, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Aussehen.

Info: fsm.de/jugendschutz/hate-speech

3. Fake News / Desinformation

Was ist das? Gezielt gestreute Falschmeldungen, die die öffentliche Meinung manipulieren, verunsichern oder politisch beeinflussen sollen – oft KI-gestützt oder über gefälschte Nachrichtenseiten und Fake-Accounts verbreitet.

Info: Infoportal Gelogen?!

4. Cybergrooming

Was ist das? Gezieltes Kontaktieren von Kindern und Jugendlichen durch Erwachsene mit dem Ziel, sexuelle Kontakte anzubahnen. Bereits die Kontaktaufnahme mit entsprechender Absicht ist strafbar – zu tatsächlichen sexuellen Handlungen muss es nicht kommen.

Info: schau-hin.info/cybergrooming

5. Gaming Disorder / Mediensucht

Was ist das? Von der WHO anerkanntes Störungsbild für exzessives Spielen, bei dem die Kontrolle über die Nutzung verloren geht und Alltag, soziale Beziehungen oder Gesundheit stark beeinträchtigt werden. Verwandtes, breiteres Phänomen: problematische Internet- bzw. Social-Media-Nutzung.

Info: ins-netz-gehen.de

6. Fear of Missing Out (FOMO)

Was ist das? Die Angst, wichtige Erlebnisse, Informationen oder Trends zu verpassen. Wird durch das ständige Verfolgen der (oft geschönten) Aktivitäten anderer in sozialen Netzwerken verstärkt und kann zu Stress, Schlafproblemen und exzessiver Nutzung führen. FOMO gilt nicht als eigenständige Krankheit.

Info: klicksafe.de

7. Cyberchondrie

Was ist das? Übersteigerte Gesundheitsangst durch wiederholte, oft unstrukturierte Selbstdiagnose oder Symptom-Recherche im Internet.

Info: AOK – Cyberchondrie: wenn das Internet die Angst vor Krankheiten fördert

8. Kommerzielle Fallen

Was ist das? Betrügerische Maschen wie Abofallen, Fake-Shops, versteckte Kosten in Apps oder In-Game-Käufe (z. B. Lootboxen), die besonders Kinder und Jugendliche treffen können.

Info: verbraucherzentrale.de

9. Challenges

Was ist das? Internet-„Mutproben“, die sich viral über soziale Netzwerke verbreiten. Viele sind harmlos oder unterhaltsam, manche jedoch gefährlich bis lebensgefährlich (z. B. Blackout Challenge).

Info: klicksafe.de/challenges

10. Missbrauchsabbildungen von Kindern (früher: „Kinderpornographie“)

Was ist das? Schwerste Straftat: Bild- oder Videodarstellungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern. Besitz, Erwerb und Verbreitung sind strafbar.

Info: polizei-beratung.de

11. Extremismus im Netz

Was ist das? Verbreitung radikaler, demokratiefeindlicher Ideologien und gezielte Rekrutierungsversuche durch extremistische Gruppen – häufig getarnt in Memes, Gaming-Communities oder vermeintlich harmlosen Inhalten.

Info: verfassungsschutz.de

Teil 2: Neue digitale Gefahren

Durch den rasanten Fortschritt Künstlicher Intelligenz sind seit 2024/2025 neue Risiken hinzugekommen, über die aktuelle Jahresberichte von jugendschutz.net und dem Bundesfamilienministerium ausdrücklich warnen. Diese Themen ergänzen sinnvoll die bestehende Liste:

12. Deepfakes & Deepnudes

Was ist das? Mit Künstlicher Intelligenz erstellte, täuschend echte gefälschte Bilder, Videos oder Audioaufnahmen. Zunehmend werden damit auch gefälschte Nacktbilder („Deepnudes“) von realen Personen – auch von Mitschülerinnen und Mitschülern – erzeugt und verbreitet. Für Kinder ist die Unterscheidung von echt und gefälscht besonders schwer.

Info: klicksafe.de – Sexualisierte Gewalt durch Bilder

13. Sextortion

Was ist das? Erpressung mit echten oder KI-gefälschten intimen Aufnahmen, um Geld, weitere Bilder oder andere Handlungen zu erzwingen. Die Fallzahlen steigen, da für gefälschte Nacktbilder mittlerweile nicht einmal mehr ein echtes Foto nötig ist.

Info: klicksafe.de – Erpressung mit sexualisierten Aufnahmen

14. KI-Chatbots als „Freunde“ oder Beziehungspartner

Was ist das? Frei verfügbare KI-Chatbots und Companion-Apps führen menschenähnliche Gespräche. Tests von jugendschutz.net zeigen, dass solche Bots Minderjährige teils in sexualisierte Interaktionen führen oder riskantes Verhalten (z. B. Trinkspiele, gefährliche Diäten) nicht angemessen unterbinden.

Info: jugendschutz.net – Was sind Chatbots?